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Österreich bietet auf Grund der "Catch and Release" Möglichkeit ein gute Option, neues Material mal auf Herz und Nieren zu testen. Der Karpfenteich in Zettlitz war unsere erste Wahl und ein Garant für Drill-Spaß der Extra-Klasse.
 Die Pose DC8 von Garbolino soll gerade beim Angeln auf kapitale Fische und bei Verwendung scherer Köder ihre Stärken ausspielen. Was mir an der Pose zuerst aufgefallen war, ist die Art und Weise der Schnurbefestigung an der der Posen-Antenne. Ein Federring wurde hier anstatt der sonst üblichen Schnuröse verwendet. Eine normale Schnuröse, die ins Balsaholz eingeklebt wird, würde beim Drill kapitaler Fische schnell ausreißen und die Pose unbrauchbar machen. Die Pose hat einen kräftigen Carbonkiel und eine lichtdurchlässige und gut sichtbare Antenne. Stefan Paral stellt mir heute seine Karpfen-Montagen vor: Als Hauptschnur favorisiert er für die Tubertini Tatanka-Schnur. Diese Schnur hat eine siebenfache Oberflächenveredelung und und eine ungewöhnlich hohe Tragkraft bei exakter Schnurkalibrierung.Die 0,148mm starke Schnur trägt 3,5kg. Das reicht alle mal, sagte Stefan. Wir fischen ja schließlich auch mit einer Gummizugmontage und diese federt die Flucht des Karpfen ab. Als Vorfach verwendet Stefan die von mir empfohlene SHT-Schnur. Die SHT Schnur ist fluorocarbon beschicht, sehr geschmeidig und auf 3 tausenstel mm genau kalibriert.

Er wählte die 0,119mm Schnurvariante dieser Serie aus. Ich war skeptisch, ob das hält und wollte zusätzlich lieber noch eine Nummer stärken von ihm gebunden bekommen. Stefan setzt auf Ownerhaken der Chinta-Serie. Er bereitete ein Hakenmappe mit den Hakengröße 14,12 und 10 vor. Nun gings ans Posen tarieren. Wir haben ein Schrotblei gesucht, welches exakt zentriert, weich und nicht nicht glänzend ist. Während ich persönlich das englische und weiche Schrottblei von Middy favorisierte, rat er mir mal das neue Preston-Blei zu testen. Ich klemmte testweise mal 3 12-er Schrote auf eine 0,148mm Schnur und war überrascht, dass diese 12-er Schrote auf einer so "dicken" Schnur hielten und in Flucht waren.

Learning by testing - ich nahm dann seine Bleischrote und tarierte die Posen so aus, das sie etwa 5-8mm nur aus dem Wasser ragten. Bei einer zu erwartenden Wassertiefe von 80 bis 140cm wollte ich leichte Bleischrote auf der Schnur verteilen, um zu sehen, ob die Karpfen den Köder beim Sinken im Mittelwasser nehmen. Diese Taktik kannte ich noch von der WM 2010 in Poznan, wo die Engländer permanant Maden und Hanf mit der Schleuder geschossen hatten und überraschend viele sowie spannende Drills hatten. An dem von Stefan ausgesuchten Karpfen-Teich war füttern verboten. Lediglich das Schießen von Maden und Pellets wurde geduldet. Ideale Voraussetzungen, um die Taktik der englischen Teams mal zu kopieren.
Abbildung: Stefan Paral beim Hakenbinden
Abbildung: Maik Fiebig beim Bau der Montagen mit der Garbolino DC8-Pose.
Während Stefan die Garbolino G7 fischte, setzte ich auf das neue Modell G-MAX 600. Die Karpfenkits passen da untereinander, so dass wir uns da auch mal austauschen konnten, welcher Gummizug und welche Gummistärke am besten geeignet wäre. Ich setzte auf den 2.1mm Hohlgummi. Während ich überwiegend Maden schoß und auch mit Maden angelte, stellte sich bei mir nicht so der rechte Erfolg ein. Ich hatte eine handvoll halbwüchsiger Rotaugen, während Stefans Hohlgummi schon wieder das Wasser zerschnitt. "Nimm mal ein Maiskorn" - sagte er grinsend. Gut das wir auf die DC8-Pose mit tragender Antenne gesetzt hatten. Ansonsten hätte ich jetzt ein Problem. Eine normale Pose mit dünner Antenne würde das Maiskorn nicht tragen und einfach absaufen. Kaum hatte ich umgeködert und ebenfalls auf Mais gesetzt, da rannte mein Pose schon los und der zu weich gespannte Hohlgummi lies mir keine Chance den Fisch zu kontrollieren. Der Karpfen rannte immer wieder über unseren Futterplatz.
Ein fataler Fehler. Ich konnte den Karpfen zwar noch sauber keschern, doch mein Futterplatz war danach tot. Ich legte mir darauf hin einen zweiten Futterplatz in Ufernähe an, wo ich hin und wieder ein paar kleine 4mm Pellets schoß. Diesen Platz beschoss ich nicht mit Maden. Ich wollte mir bewusst die Kleinfische vom Platz halten.
Diese Idee wurde belohnt. Nach einem spektakulären Drill von gut 20 Minuten sah ich den Kaprfen zum ersten mal kurz vorm Kescher und musste feststellen, dass der Fisch nicht in meinen normalen Wettkampf-Kescherkopf mit 45cm Durchmesser passen wird.
Es dauerte etwas, bis ich den Schuppenkarpfen überzeugt hatte, die immer wiederkehrenden Fluchten kurz vor meinem Kescherkopf aufzugeben. Was mich am meisten erstaund hatte, war das das Vorfach von nur 0,119mm gehalten hatte. Diesmal war alles vom Gummizug über die Montage und Schnur optimal abgestimmt. Ich hatte ein so breites Grinsen im Gesicht, dass ich davon heute noch Falten habe. Ein erfolgreicher Drill eines 71cm Schuppenkarpfen an der neuen Garbolino G-MAX 600 mit 0,148mm Hauptschnur und 0,119mm Vorfach. Ein tolles Erlebnis und mein bisher größter Karpfen überhaupt.
Zwischen durch hatte ich noch einen seltsamen Teichbewohner gefangen. Der Krebs wollte sich doch tatsächlich das Maiskorn vom Haken klauen. Ein unglaublicher Vorfall. Die Hakenspitze saß im dicken Teil der Schere und ich wusste nicht so recht, wie man den Krebs abschüttelt. Anfassen wollten wir ihn beide nicht.
Schnell hatte ich den Dreh raus, wie es hier läuft. Stefan musste immer öfter zusehen, wie ich kescherte. Ein schöner Angeltag geht zu Ende, den ich nicht so schnell vergessen werden.
Inzwischen zog ein Gewitter auf und verdunkelte den Himmel. Zeit zum Einpacken, bevor der Regen einsetzt und die Taschen voll regnet.
Das Duell gegen Stefan ging 26 zu 14 aus. Wir beide bekamen kaum noch den Kescher aus dem Wasser, um die Bilder vom Fang festzuhalten. Schonend wurden die Karpfen zurück gesetzt und ich dankte Stefan für diesen schönen Tag.
Wer sich für diesen Teich in Zettlitz interessiert, dem empfehle ich noch die Homepage von Erich Schuster. Er hat dort einiges für die Angler umgebaut, damit sie sich noch wohler fühlen...
Auch sein Youtube Clip zeigt den Karpfenteich, den wir alle so lieb gewonnen haben.
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